BARBECUE

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18.00 Uhr - 22.00 Uhr

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Kulinarische und literarische Höhepunkte: Carmen Renate Köper liest aus Werken von Nobelpreisträgern, und das Team des Cafe Restaurant Hotel Johannisberg serviert ein Nobelpreismenü.

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8.00-11.30 Uhr
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12.00-14.30 Uhr

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18.00-22.00 Uhr

Kaffee und Kuchen
8.00-23.00 Uhr

Sonntags

Frühstück
8.00-11.00 Uhr

Brunch
11.00-14.30 Uhr

Mittagskarte

12.00-14.30 Uhr

Kaffeezeit
14.30-18.00 Uhr

Abendkarte
18.00-22.00 Uhr

Kaffee und Kuchen
8.00-23.00 Uhr

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10 Jahre „Nobel speisen“ in Bad Nauheim

Die FAZ Rhein-Main-Zeitung berichtete wie folgt über Nobel speisen zu Elfriede Jelinek vom 10. September :

 

DIENSTAG, 13. SEPTEMBER 2016

RHEIN-MAIN ZEITUNG

Mit Leidenschaft und Kalbsfilet

Alt-Intendant Peter Eschberg und seine Frau Carmen Renate Köper ersteigen den Johannisberg in Bad Nauheim, und Elfriede Jelinek beflügelt sie. Von Claudia Schülke

Bad Nauheim. Sie hat die Trillerpfeien noch im Ohr, die ihr in Bonn entgegenschlugen. Damals, 1983, verkörperte Carmen Renate Köper an den dortigen Bühnen der Stadt die Titelheldin in dem Stück „Clara S.“, wie Clara Schumann, von Elfriede Jelinek. Auch im Restaurant Johannisberg am gleichnamigen Hang über Bad Nauheim hält sich die Begeisterung in Grenzen. „Keine Bravos?“, fragt die Schaupielerin rhetorisch. Immerhin hatten die 46 Gäste des Nobel Diners sie mit Auftrittsapplaus begrüßt. Doch Elfriede Jelinek, die Literaturnobelpreisträgerin von 2004, findet dort so mancher nur schwer genießbar. Anders als die Speisen, die weiland in Stockholm bei der Preisverleihung serviert wurden und eher aufbauen als herunterziehen: Hummerterrine, Kalbsfilet und Mandelmousse.

Kein Wunder, denn die Gattin des früheren Frankfurter Schauspiel-Intendanten Peter Eschberg hat sich mit Günter Wagner vom Deutschen Institut für Sporternährung, mit der Stadtbibliothek Bad Nauheim und der Friedberger Buchhandlung Bindernagel zusammengetan, um Literatur und Kalorien ins beste Auftrittslicht zu setzen. Unter dem Leitwort „Nobel speisen“ kredenzt sie seit zehn Jahren mit Unterstützung des Küchenchefs Bodo Grewe ein literarisch-kulinarisches Programm auf dem Johannisberg. Texte der Nobelpreisträger wechseln sich ab mit den drei Gängen der einstigen Stockholmer Menüs. Auf dem Büchertisch liegen die Bände des jeweiligen Autors griffbereit, den die Gäste nach dem Dessert der vorhergehenden Veranstaltung selbst gekürt hatten.

Elfriede Jelinek also. Die österreichische Schriftstellerin geht nicht mehr aus dem Haus. „Eine Angsterkrankung“, erläutert Peter Eschberg vor Beginn des Abends auf der Terrasse des Restaurants, in dem 1898 schon Kaiserin Sisi eingekehrt war. Der Frankfurter Ex-Intendant (1992 bis 2001), heute Ehrenmitglied der Städtischen Bühnen, hat seine Frau nach Bad Nauheim begleitet. Seit Jahren leben die beiden in Wien, wo Eschberg geboren und aufgewachsen ist. Er war es auch, der die Jelinek in Bonn groß gemacht hat, indem er als Intendant eine Uraufführung nach der anderen auf den Spielplan setzte, neben der „Clara S.“ auch das skandalöse „Burgtheater“. In Frankfurt war nur das „Sportstück“ zu sehen. „Todtnauberg“ hat ihm der Verlag entzogen: Die Autorin wollte lieber am heimischen Burgtheater gespielt werden.

Auf dem Johannisberg kann man sich wie in Grinzing fühlen, denn am Hang vor der Terrasse reift der Wein – allerdings kein Grüner Veltliner. „Die Weinstöcke gehören uns nicht“, bedauert der Kellner. Eschberg blickt über die Stoppelfelder der Wetterau, die im Septemberlicht glühen. Man kann sich dort auch wie in der Toskana fühlen, wenn man die Stadt mit ihren weißen Klinikkomplexen und Baukränen zu Füßen des Bergleins geflissentlich übersieht – und die Windräder, die ganz hinten am Vogelsberg wie weiße Gräten in den Horizont ragen. Frankfurt mit seinen Baustellen ist nicht weit. Soll man das Schaupiel abreißen? „Das ist ein Blödsinn“, kontert Eschberg, der das Haus auch schon mal saniert und den Zuschauerraum mit wuchtigen Eingangstüren versehen hatte.

„Das Haus mit der größten Drehbühne der Welt“, sagt der Frankfurter Architekt DW. Dreysse, der gerade zur „Gemeinde“ dazugestoßen ist. Volker Hauff, der frühere Frankfurter Oberbürgermeister, ist sogar schon im Haus. Der Ex-Intendant schwelgt derweil in Erinnerungen. In seiner vorletzten Frankfurter Saison habe er 92,9 Prozent Publikumsauslastung gehabt, korrigiert er den jetzigen Intendanten Oliver Reese, der auch schon wieder auf dem Absprung ist. Und was hält Eschberg von Anselm Weber, dem künftigen Intendanten? Den hatte er 1992 doch als Regisseur nach Frankfurt geholt. Eine glückliche Beziehung zwischen Meister und Schüler war das nach Eschbergs Worten jedenfalls nicht. Lieber denkt er an Wolfram Koch: „Den halte ich zurzeit für den besten Schaupieler Deutschlands.“

Da kommt Carmen Köper angeschwebt, in einem türkis Schmetterlingskleid aus dem Wiener „Seidenhaus“. Sie ist jetzt zu Gesprächen nicht aufgelegt, muss sich konzentrieren auf Jelinek, die übrigens am selben Tag Geburtstag hat wie Eschberg: Am 20. Oktober werden die Schriftstellerin 70, der Alt-Intendant 80 Jahre alt. Seine Frau allerdings wird im kommenden März schon 90. Deshalb wollte sie es auch bei dieser letzten „Nobel-Speise“ belassen. An diesem Abend wird sie aber noch weichgegart – wie das rosa Kalbsfilet, das auf der Zunge zergeht. Doch vorher bricht sie eine Lanze für Jelinek, die in ihren Werken „mit Zorn und Leidenschaft“ die österreichische Gesellschaft kritisiert und sich einen Ruf als Nestbeschmutzerin eingehandelt hat, weil sie die nationalheilige Schauspielerin Paula Wessely politisch angerempelt hatte.

Die Stammgäste stocherten vergeblich in der Hummerterrine auf der Suche nach dem angekündigten Ei. Nur Glibber? „Der Hummergeschmack ist auch sehr dezent“, murmelt der vegetarische Nachbar, der mit seiner Frau einen Fisch anstelle des Kälbchens bestellt hatte. Dass Hummer lebendigen Leibes ins kochende Wasser versenkt werden, würde der Jelinek bestimmt auch nicht gefallen. Kaum sind Rind und Fisch gesackt, da zückt der andere Tischnachbar auch schon sein Smartphone, diesmal auf der Suche nach dem Jelinek-Wort „intrikat“. Der Duden sagt dazu: „heikel“. Heikel ist auch, dass in dem Roman „Die Klavierspielerin“ Rosen und Tulpen zur gleichen Zeit blühen. Aber das ist dichterische Freiheit.

Elfriede Jelinek ist nicht zu beneiden. „Das Lesen ist das schicke Kleid des Lebens für mich“, schreibt die geplagte Autorin. Sie liest und schreibt, um nicht leben zu müssen. Und dabei entgehen ihr Köstlichkeiten wie das luftige Mandelmousse. Das Fruchtsorbet ist zwar bitter wie die Bitterorange, aber nicht so bitter wie Jelineks Bearbeitung der „Rede auf Österreich“ in Grillparzers Stück von „König Ottokars Glück und Ende“. Jetzt kam auch Eschberg mit der Originalfassung als Schauspieler zum Zuge. Sein Frau ergoss dann den ganzen Österreich- und Männerhass der Autorin über das Publikum, das aber schon zum Kaffee übergegangen war, bevor es zur Kür des nächsten Autors schritt. Frau Köper seufzte. Sie wird ihre Fans nicht los. Für den 5. November muss sie sich auf Rudyard Kipling vorbereiten. Dann wird der Küchenchef zaubern müssen, denn 1907 fiel das Nobelpreis-Bankett aus: Der König war gestorben.

Genießen mit allen Sinnen

Auch nach 10 Jahren hat die Veranstaltungsreihe „Nobel speisen“ im Cafe Restaurant Hotel Johannisberg nichts an Reiz und Glanz verloren. Darüber waren sich die über 50 Gäste am Samstagabend einig und spendeten Carmen Renate Köper, Peter Eschberg und der Küche des Cafe Restaurant Hotel Johannisberg langanhaltenden Applaus. Kein Zweifel, der literarisch-kulinarische Abend zu Ehren der österreichischen Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek am Samstag, 10. September, war einer der besonderen Abende unter den bisher durchgeführten 30 Veranstaltungen, und einer Jubiläumsveranstaltung mehr als nur gerecht.

 

Ins Leben gerufen wurde die Reihe „Nobel speisen“ von Schauspielerin und Autorin Carmen Renate Köper in Zusammenarbeit mit Dr. Johannes M. Peil, leitender Arzt der Sportklinik Bad Nauheim, und Günter Wagner, Ernährungswissenschaftler am Deutschen Institut für Sporternährung. Begonnen hatte alles im September 2006 mit einem Thomas-Mann-Abend, dem viele weitere Abende folgten. Im Mittelpunkt standen Literatur-Nobelpreisträger wie Toni Morrison, Nadine Gordimer , Hermann Hesse, Heinrich Böll, Herta Müller, George Bernard Shaw, Gabriel García Márquez, Selma Lagerlöf, Boris Pasternak, Alice Munro, William Faulkner, Ernest Hemingway oder Pablo Neruda.

 

Für das Jubiläum waren die Zutaten für eine erfolgreiche Veranstaltung nicht ganz einfach, so Carmen Renate Köper, die seit ein paar Jahren mit ihrem Ehemann Peter Eschberg in Wien lebt, der Stadt, in der auch Elfriede Jelinek wirkt. Anders als das Nobelpreismenü, das 2004 zu Ehren von Elfriede Jelinek in Stockholm serviert wurde, und mit Hummerterrine, Kalbsfilet und Mandelmousse eher aus leicht verdaulichen kulinarischen Leckerbissen besteht, sind manche Texte von Elfriede Jelinek nicht ganz so leicht verdaulich. Carmen Renate Köper versteht es jedoch perfekt, mit Ausschnitten aus den Romanen Gier, die Klavierspielerin oder Clara S. den Zuhörern die Preisträgerin näher zu bringen. Der literarische Höhepunkt ist Jelineks Bearbeitung der Rede auf Österreich aus Grillparzers Stück von König Ottokars Glück und Ende. Peter Eschberg trägt die Originalfassung vor, Carmen Renate Köper mit viel Leidenschaft die Jelinek-Bearbeitung. Keine leichte Kost, aber das muss auch nicht sein, dafür ist das Mandelmousse und der abschließende Kaffee verantwortlich. Die Zuschauer sind jedenfalls begeistert und warten mit Spannung auf die Fortsetzung am 5. November.

 

Vielleicht als Ausgleich zu den Jelinek Texten wählten sie Rudyard Kipling, der 42jährig als erster englischsprachiger Schriftsteller 1907 den Literaturnobelpreis verliehen bekam. Zu seinem hohen Bekanntheitsgrad dürfte Walt Disney beigetragen haben, durch die Verfilmung seines Werkes „Das Dschungelbuch“.

Reservierungen für den 5. November nimmt das Café Restaurant Hotel Johannisberg (Tel. 06032- 1442) ab sofort entgegen. Das Nobelpreis-Menü inkl. Lesung kostet € 54, das Wochenend-Verwöhn-Arrangement mit Abendkarte, Übernachtung im Doppelzimmer im Hotel Johannisberg inkl. Bergfrühstück am Sonntag € 93 pro Person.